3 Schritte zur inneren Freiheit

3 Schritte zur inneren Freiheit

Als Britta, eine kinderlose Werbefachfrau Anfang Dreißig, letztes Wochenende auf einem Seminar mit dem Titel „Mehr Erfolg im Beruf“ war, passierte etwas vollkommen Unerwartetes.

Ganz aufgeregt schickt sie ihrer Freundin Mia eine Nachricht und bittet dringend um ein Treffen am Montag nach Büroschluss.

Der Bürotag vergeht so langsam, die Zeiger der Uhr scheinen still zu stehen, bis es endlich Feierabend ist und die beiden sich an der Isar treffen. Mia ist sehr gespannt, zu erfahren, was an diesem Wochenende so großartiges passiert ist. „Komm, erzähl“ fordert sie Britta auf und hakt sich bei ihr unter.

 

Nervender Büroalltag

„Als ich beim Mittagessen mit Sandra, einer Kursteilnehmerin, ins Gespräch kam und von meiner unbefriedigenden Situation im Büro erzählte, von meinen nervenden Kollegen und dem Chef, der einfach nicht anerkennt, was ich alles leiste, hat sie mich gefragt, ob ich hören möchte, was sie für Gedanken dazu hat. Ich fand es schon recht ungewöhnlich, dass sie auf diese Weise fragt und nicht einfach drauflos redet. Klar wollte ich mehr wissen.

Als sie begann zu sprechen, war ich erst irritiert und konnte keinen Bezug zu meiner Geschichte herstellen.

 

Dieser böse Tisch

Kannst du dich noch daran erinnern, wie deine Eltern reagierten, wenn du dir als kleines Kind den Kopf am Tisch gestoßen hast?“

„Oh ja, das weiß ich noch sehr gut. Meine Mutter begann dann immer, den Tisch auszuschimpfen. Weil der mir wehgetan hat. Und manchmal bekam der Tisch sogar einen Klaps und wurde mit dem drohenden Zeigefinger ermahnt, dass er dies nicht noch einmal tun dürfe. Ich fand das damals voll ok. Schließlich war dieser blöde Tisch schuld, dass ich jetzt Schmerzen hatte und Strafe muss sein.“ Mia grinst und schüttelt ein wenig den Kopf, „eigentlich ganz schöner Unfug, oder?“

„Genau so ist es. Doch bei uns lief es ganz ähnlich ab. Ich war nicht verantwortlich dafür, dass ich mich gestoßen hatte. Mir ist jetzt bewusst geworden, dass ich damals ein Verhalten entwickelt habe, das mir die Verantwortung für mein Handeln abnimmt. Wenn später keine Mama da war, die den Tisch bzw. den Verursacher meines Schmerzes, ausschimpfte, dann tat ich mir selber schrecklich leid. Schließlich waren die anderen Schuld daran, dass es mir nicht gut ging. Sie sagten etwas, das mich kränkte, verhielten sich so, dass ich traurig wurde. Das Leben als solches war schuld. Denn es gibt mir nicht das, was mir zusteht.“

 

Das Zimmer des Selbstmitleids

„Puh, das hört sich jetzt ganz schön krass an. Man könnte meinen, du seist ein einziger Trauerkloß. Dabei bist du immer gut drauf und unternehmungslustig. Nur wenn du von der Arbeit erzählst, dann verändert sich dein Gesichtsausdruck und deine Körperhaltung.“

„Ja, das ist derzeit wohl meine größte Baustelle. Doch das wird sich ändern. Sandra hat mir so viele Impulse gegeben. Ich hatte ein echtes AHA-Erlebnis, als sie mir von dem „Zimmer des Selbstmitleids“ erzählte und mich einlud, mir meines einmal vor‘s innere Auge zu holen. In der Tat habe ich es mir ziemlich gemütlich eingerichtet. Da steht schon einmal dieser Tisch aus Kindertagen. Dann hängen da noch jede Menge Bilder an der Wand. Darauf kannst du Menschen sehen, die mich verletzt haben oder sich nicht so verhalten, wie ich es erwarte. Da sind Szenen aus meinem Büroalltag drauf. Und Momente, in den ich nicht das bekommen habe, was mir meiner Ansicht nach zustand.

Hierhin habe ich mich bis jetzt immer sehr schnell zurückgezogen, wenn irgendetwas geschehen ist, was mir Schmerz auslöste oder wo ich mich ungerecht behandelt fühlte.

Irgendwie ist mir der Aufenthalt dort sehr vertraut. Doch jetzt ist mir bewusst geworden, dass es sich für mich immer schwer anfühlt, wenn ich dort bin. Ich bin dort nicht Herrin über mein Leben, denn ich gebe meine Verantwortung ab an all die Menschen und Ereignisse, die sich dort versammelt haben.

Aus jedem Schmerz wird in diesem Zimmer durch meine Bewertungen Leid.“

 

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Drama im Gruselkabinett

„Irgendwie hört sich das für mich nach Gruselkabinett an. Hast du das wirklich so gespürt?“

„Ja, Mia. Genau so konnte ich es auf einmal wahrnehmen. Das ist es ja, was mich so geflasht hat. Stell dir einmal vor, was das in letzter Konsequenz bedeutet. Ich erschaffe mir mein Drama, indem ich mich so gerne in diesem Zimmer des Selbstmitleids aufhalte. Krass, oder?“

„Aber keiner zwingt dich, dass du dort unterwegs bist, oder? Hey, Britta, du kannst dich entscheiden, diesen Raum zu verlassen. Das ist doch eine grandiose Neuigkeit. Wenn du die Verantwortung für dich selber übernimmst und wenn du aufhörst, ständig alle und alles zu bewerten, dann bist die Herrin über dein Leben. Nix mehr Opfer und so.“

 

Verantwortung übernehmen

„Genau so ist es. Sandra gab mir noch ein schönes Bild mit. Stell dir vor, du bist Pensionswirtin und dein Innenleben ist eine beliebte Pension, in den einzelnen Zimmern wohnen all deine Gefühle. Manche dieser Gäste sind leise und unscheinbare Gestalten, die du kaum oder gar nicht wahrnimmst. Andere machen deutlich auf sich aufmerksam und der eine oder andere ist vielleicht sogar etwas lästig durch sein Verhalten. Es ist dein Job als Wirtin, dich darum zu kümmern, dass es allen Gästen gut geht. Du schaust darauf, dass sie das bekommen, was sie brauchen. Sorgst immer wieder für Ausgleich und Harmonie. Wenn du jetzt als Wirtin Pause machst und den Gast im Zimmer des Selbstmitleids besuchst, dann bleib nicht zu lange. Denn sonst kannst du die anderen Gäste nicht mehr wahrnehmen und wirst deiner Aufgabe als Wirtin nicht gerecht. Es wird Unruhe aufkommen.“

 

3 Schritte in die Freiheit

„Mir gefällt dieses Bild sehr gut. Und ich finde die Idee super, dass du das Zimmer des Selbstmitleids einfach verlassen kannst. Wenn ich jetzt alles richtig verstanden habe, dann  musst du im Prinzip nur drei Schritte gehen.

  1. Wahrnehmen, dass du dich gerade dort aufhältst.
  2. Eine Entscheidung treffen, das Zimmer zu verlassen.
  3. Die Verantwortung für dich zu 100% übernehmen.

 

Brauchst du Unterstützung dabei, wie du diese drei Schritte umsetzen kannst? Lass uns miteinander reden. Dein erstes Impuls-Gespräch ist gratis. 30 Minuten meiner Zeit nur für dich. Hier kannst du dich in meinen Terminkalender eintragen.

 

Mitleid erdrückt

Mitleid finde ich irgendwie schrecklich. Es hält uns so klein, lässt uns zum Opfer werden und macht uns handlungsunfähig. Ich mag es, wenn Menschen mit mir fühlen, aber ich kann es nicht ertragen, wenn sie mich bemitleiden.“

„Mia, da sprichst du etwas Wahres aus. Warum sollten wir mit uns selber anders umgehen? Ich mach das jetzt anders. Schluss mit dem Selbstmitleid. Wenn ich mich ertappe, dass ich wieder im „Zimmer des Selbstmitleids“ abhänge, dann gehe ich sofort wieder raus. Dafür will ich Mitgefühl für mich selbst kultivieren. Immer wieder will ich einen Schritt zurücktreten und einen Blick von außen auf mich werfen. Was fordere ich mir ab? Werde liebevoll auf mich und meine Bedürfnisse achten. Grenzen setzen. Wahrnehmen, wie es mir wirklich geht. Mich um meine Gefühle kümmern.“

„Dich um deine Gefühle kümmern? Wie willst du denn beeinflussen, was du fühlst?“ Mia schaut ihre Freundin Britta mit einem fragenden Blick schräg von der Seite an.

Selbstliebe heißt auch Mitgefühl für mich selbst entwickeln. Klick um zu Tweeten

Gedanken machen Gefühle

„Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, dass vor jedem Gefühl ein Gedanke war? Du denkst etwas und damit löst du eine Reaktion in dir aus. Da ist dein Hebel zur Veränderung. Deine Gedanken kannst du beeinflussen. Und damit auch Einfluss nehmen auf deine Gefühle. Du bist nicht machtlos. Ich habe am Wochenende eine genial einfache Übung kennen gelernt. Aufrechter Sitz, Füße überschlagen, Augen schließen und in einer Dauerschleife innerlich sagen „Ich bin für mich selbst verantwortlich.“. Solange, bis in dir eine Veränderung spürbar ist. Mir hat diese Übung sehr gut getan. Ich wurde so schön ruhig.“

„Hört sich sehr gut an, dass probiere ich nachher gleich mal aus. Sag mal, woher wusste Sandra all diese Sachen?“

„Stell dir vor, was ich für ein Glück hatte. Sie ist Mentalcoach und hatte an dem Seminar teilgenommen, weil sie gerade Ideen sammelt für ein eigenes Angebot. Und weil ein Coach rund um die Uhr im Dienst ist, hatte ich die super Gelegenheit in der Mittagspause, quasi im Vorbeigehen, gecoacht zu werden.“

Mit einem breiten Grinsen erzählt Britta, dass sie schon einen Telefontermin mit Sandra vereinbart hat. Denn ihr fielen gleich noch ein paar Themen ein, in denen sie auch gut ein paar Impulse gebrauchen kann.

„Du bist Spitze, Britta. So geht das also, sich gut um sich zu kümmern. Und jetzt erzähl mal, was du sonst noch so gelernt hast.“ Die beiden Freundinnen haken sich unter und munter plaudernd laufen sie weiter.

 

 

Diese zwei Bücher haben mich inspiriert zu dem Inhalt dieses Artikels:

Das Modell der Pensionswirtin beschreibt Birgitt Zart in ihrem Buch „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“

Und vom Zimmer des Selbstmitleids erzählt Sabrina Fox in ihrem Buch „Die Sehnsucht unserer Seele“

 

Einladung zum Austausch:

Wie gehst du mit Momenten in deinem Leben um, in denen dir einfach nur zum Heulen ist und ein Besuch im Zimmer des Selbstmitleids im ersten Moment als absolut logische Handlung erscheint? Was sind deine Alternativen? Über deine Erfahrungen im Kommentar würde ich mich freuen.

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Jutta Marx

Achtsamkeit und Gelassenheit sind für mich die Schlüssel zu einem Leben in innerem Frieden. Es ist egal, was das Leben dir präsentiert - wenn du bei dir bleibst, in deiner Mitte bist, dann kannst du mit allen Herausforderungen besser fertig werden. Auch die - manches mal extrem herausfordernde - Kinderwunschzeit lässt sich so besser bewältigen. Zeig dem Stress in deinem Leben jetzt die rote Karte!

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