Baby in Toilette am Flughafen ausgesetzt!

Baby in Toilette am Flughafen ausgesetzt!

Baby in Toilette am Flughafen ausgesetzt

Diese Schlagzeile hat mich gestern tief berührt. Vor 30 Jahren hätte sie mich nicht nur berührt, sondern tagelang in tiefe Verzweiflung gestürzt.

Ich hätte damals alles dafür getan, um endlich schwanger zu werden. Ungewollte Kinderlosigkeit. Monat für Monat erlebte ich diese Enttäuschung, dass es wieder nicht geklappt hat.
Es war purer Stress – über Jahre. Irgendetwas stimmte mit mir offensichtlich nicht, dass ich nicht in der Lage war, schwanger zu werden.

 

Am Flughafen München wurde in einer der Toiletten ein neugeborenes Mädchen gefunden. Offensichtlich kam es dort zur Welt. Obwohl sofort alle S-Bahnen gestoppt und eine intensive Fahndung eingeleitet wurde, ist über die Mutter bislang nichts bekannt. Das Mädchen wurde nach einer Versorgung durch den Notarzt in eine Kinderklinik geflogen und hat die erste Nacht überlebt und sich offensichtlich stabilisiert. 

 

Was für eine Tragödie steckt wohl hinter dieser Zeitungsnotiz?

 

Ungewollte Kinderlosigkeit vs. Ungewollte Mutterschaft

Wenn ich zu dieser Zeit davon hörte, dass Frauen ihr Neugeborenes einfach aussetzen oder töten und wegwerfen, dann ging es mir richtig schlecht. Ich rutschte in ein tiefes Loch, aus dem ich tagelang nicht mehr herauskam.

Ich fand diese Welt einfach zutiefst ungerecht und alles in mir rebellierte.

Das wollte ich nicht akzeptieren, dass ich so gerne ein Baby gehabt hätte und andere eines bekommen, das sie gar nicht haben wollen.

 

Ich hasste diese Frauen und meinen Körper

Wut kochte in mir hoch, zum einen auf die mir unbekannten Frauen und zum anderen auf meinen Körper, der nicht das tat, was ich von ihm erwartete. Blöde Witze und ungefragt erhaltene „gute“ Tipps verstärkten das Gefühl des Versagens.

Harte Urteile sprach ich über die Frauen, die das Geschenk des Lebens nicht als solches annehmen konnten. Meine eigene Situation verwehrte mir den Zugang zu der Verzweiflung, die die Frauen möglicherweise zu ihren Handlungen trieb.

Ebenso hart ging ich mit mir selber ins Gericht. Diese ungewollte Kinderlosigkeit empfand ich als Makel. Irgendwie hatte ich als Frau versagt. Von der Liebe zu mir selbst und zu meinem Körper hatte ich mich ziemlich weit entfernt. Stress und Anspannung dominierten.

 

Annahme

Für mich war es ein jahrelanger Weg, anzuerkennen, dass die Dinge eben genau so sind, wie sie sind. Nicht mehr aufzubegehren und meine Energien zu verschleudern.

Ich begann, mich und meinen Körper liebevoll anzunehmen. Meinen Körper als Tempel meiner Seele zu sehen. Ihn zu achten und gut mit ihm umzugehen.
Und ich lernte, andere Menschen ihren Weg gehen zu lassen, so wie es für sie richtig ist. Ob das mit meinem Wertesystem zusammen passt oder nicht.

 

Bevor ich mir ein Urteil erlaube, sollte ich erst 100 Tage in den Schuhen des Anderen gelaufen sein. Klick um zu Tweeten

Mitgefühl statt Verurteilung

Wenn ich heute diese Meldung lese, macht es mich betroffen, welch harten Weg sich jene Seele ausgesucht hat, um auf die Welt zu kommen. Vermutlich schon in der Schwangerschaft abgelehnt, einsam geboren auf einer kalten Flughafentoilette und dann dort zurück gelassen. Völlig schutzlos und unversorgt.

Und ich bekomme eine Ahnung von der möglichen Verzweiflung der Frau, die sich entscheidet, ganz alleine und ohne Hilfe ihr Baby auf die Welt zu bringen, unter Umständen, die ich mir im Detail gar nicht ausmalen mag. Was muss in ihrem Leben geschehen sein, dass sie sich das antut und dann ihr Kind einfach dort liegen lässt?

Ja, es berührt mich immer noch sehr stark, diese Meldung zu lesen. Aber es zieht mich nicht mehr in ein Loch, aus dem ich dann tagelang nicht mehr herauskomme. Denn ich weiß jetzt, wie ich meinen Fokus so ausrichten kann, dass ich in einer guten, förderlichen Stimmung bleibe. Egal, was im Außen geschieht.

 

 

Meine Gedanken formen meine Wirklichkeit

Für mich hat sich gezeigt, dass in diesem Satz sehr viel Wahrheit steckt. Ich habe gelernt, auf meine Gedanken zu achten.

Viele Erfahrungen habe ich gesammelt mit Techniken, mit denen ich hinderliche, schädliche Gedanken aufspüren und transformieren kann, so dass ich nicht mehr in so tiefe Löcher stolpere. Und wenn es dann doch noch einmal passiert, weiß ich, wie ich da schnell wieder herauskomme.

 

  • Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
  • Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlung.
  • Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
  • Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter.
  • Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

 

Aus dem Talmud

 

Dein Leben hängt ab von der Beschaffenheit deiner Gedanken. Klick um zu Tweeten

 

Einladung zum Austausch:
Wie geht es dir mit dieser Meldung? Was für Gefühle werden da in dir wach? Deine Meinung interessiert mich. Bitte hinterlasse einen Kommentar.

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Jutta Marx

Achtsamkeit und Gelassenheit sind für mich die Schlüssel zu einem Leben in innerem Frieden. Es ist egal, was das Leben dir präsentiert - wenn du bei dir bleibst, in deiner Mitte bist, dann kannst du mit allen Herausforderungen besser fertig werden. Auch die - manches mal extrem herausfordernde - Kinderwunschzeit lässt sich so besser bewältigen. Zeig dem Stress in deinem Leben jetzt die rote Karte!

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