Soll ich oder soll ich nicht?

Soll ich oder soll ich nicht?

Gedankenkarussell non stopp

„Was für eine Nacht“ völlig gerädert steht Mara auf und blickt in ein ziemlich zerknittertes Gesicht im Badezimmerspiegel. Immer wieder war sie aufgewacht und konnte nur schwer zurück in den Schlaf finden. Denn dieses unselige Gedankenkarussell sprang sofort an, sobald sie wach wurde – irgendwie hatte sie das Gefühl, dass es sogar weiter lief, während sie schlief.

Eiskaltes Wasser ins Gesicht und auch den Körper kalt abbrausen, das brachte wenigstens den Kreislauf in Schwung. Die Portion Tee zum Frühstück fiel etwas großzügiger aus. Irgendwie musste sie ja wach werden. Im Büro würde keiner auf sie Rücksicht nehmen. Sobald sie durch die Eingangstür geht ist ein strahlendes Gesicht und volle Leistungsfähigkeit gefragt.

 

Eine echte Chance?

Seit Tagen geht das jetzt schon so. Mara schläft unruhig und alles scheint ihr zu viel zu werden. Sie wird immer übellauniger. Ihrer Freundin Moni entgeht diese Entwicklung nicht und als sie sich am frühen Abend im Fitness-Studio treffen, nimmt sie sich ein Herz und spricht Mara vorsichtig darauf an.

„Ach Moni, ich habe dir doch davon erzählt, dass ich von der Firma aus an einer tollen Ausbildung teilnehmen darf, damit ich anschließend einen Job in der Zentrale in Frankfurt übernehmen kann. Im ersten Moment habe ich mich mega darüber gefreut. Ist doch eine riesige Chance für mich. Der große Sprung in meiner Karriere könnte das werden.

 

Überstunden oder Neuanfang?

Doch als ich meiner Mutter davon erzählte, habe ich gemerkt, wie traurig sie das macht. Sie hat zwar gesagt, dass sie sich für mich freut und mir viel Erfolg wünscht. Aber ich weiß, dass in ihr drin ganz andere Gefühle sind. Jetzt kann ich jederzeit bei ihr vorbeischauen. Wir sehen uns oft und können miteinander lachen. Es sind so viele Kleinigkeiten, bei denen ich sie unterstütze. Wenn ich wegziehe, dann werden wir uns selten sehen, denn die Fahrt ist weit und die neue Position wird mir eine ganze Menge Überstunden bringen. Meine Mutter ist dann allein und sie wird ja auch nicht jünger.

So ein bisschen hatte ich auch mit der Idee geliebäugelt, beruflich noch einmal ganz neu anzufangen und doch Kunsttherapeutin zu werden. Mein jetziger Job ließe mir genug Freiraum, mich nebenberuflich entsprechend weiterzubilden. Doch wenn ich mich jetzt für Frankfurt entscheide, dann ist dieser Traum mindestens für die nächsten 15 Jahre hinfällig und dann bin ich zu alt für eine Veränderung.

 

Entscheidung ist angesagt

Ich plage mich mit dieser Entscheidung. Viel Zeit bleibt mir nicht mehr. Ich muss Ende der nächsten Woche dem Chef meine Entscheidung mitteilen. Von einem Moment zum anderen schwanke ich. Ich weiß nicht, wie ich die richtige Entscheidung treffen soll. Alles hat ein Für und Wider. Mich macht das noch ganz krank!“

„Da kann ich dich gut verstehen. Und jetzt wird mir auch klar, warum du so leicht reizbar geworden bist. Eine nicht getroffene Entscheidung ist die schlimmste Entscheidung. Ein erbarmungsloser Energieräuber.“

Die schlechteste Entscheidung ist die, die du nicht triffst. Klick um zu Tweeten

 

Körperliche Aktivität hilft

Für einen Moment radeln die beiden auf ihrem Ergometer schweigend nebeneinander. Mara tritt richtig heftig in die Pedale und der Schweiß rinnt in Strömen. Mit jedem Tritt wird der Kopf ein wenig freier. Dieses Auspowern tut gerade so richtig gut.

„Kannst du dich erinnern, dass ich letztes Jahr eine ähnliche Situation hatte?“ frag Moni, als sie nach dem Training noch an der Fitness-Bar sitzen.

 

Unterstützung vom Profi

„Ich habe mich von einem Mentalcoach unterstützen lassen, um für mich Klarheit zu gewinnen. Hatte keine Lust mehr, alles immer alleine hinbekommen zu müssen. Warum sollte ich mich ewig im Kreis drehen, wenn es auch anders geht? Ich mag es gerne einfach. Kann ich dir wirklich empfehlen, das auch einmal auszuprobieren.

Weißt du, was das Erste war, was ich tun musste? Ich musste eine Liste erstellen. Für Entscheidung A ein Blatt Papier, als Überschrift musste ich detailliert die Situation beschreiben, die sich ergeben wird, wenn ich diese Entscheidung treffe. Dann kam ein Strich von oben nach unten auf das Papier und auf die linke Seite schrieb ich alle Pro-Argument und auf die rechte Seite alle Contra-Argumente.

Das gleiche geschah mit Entscheidung B. So hatte ich schwarz auf weiß vor mir, um was es eigentlich geht. Da half mir schon einmal dabei, etwas mehr Ruhe in das Gedankenkarussell zu bringen. Was aufgeschrieben steht, muss ich nicht ständig hin und her bewegen.

Du glaubst gar nicht, was da auf einmal alles stand. Als wir im Gespräch dann hinterfragten, ob das, was da steht wirklich wahr ist, ob ich mir sicher sein kann, dass es so ist – da konnte ich auf einmal so manche krumme Idee gerade rücken.

Wir haben da tatsächlich Glaubenssätze aufgespürt, die ich gleich lösen konnte.“

 

Hilfe zur Selbsthilfe

„Hört sich spannend an. Das werde ich heute Abend auch machen. Vielleicht kann ich dann besser schlafen.“ Gesagt, getan. Mara nimmt sich die Zeit für sich und schreibt alles auf, was ihr zu den beiden Situationen einfällt.

Und weil sie gerade so in Schwung ist, schreibt sie auch noch alle Werte auf, die ihr im Leben wichtig sind. Jeder Wert kommt auf ein Karteikärtchen. Und dann erstellt sie sich eine Wertehierarchie. Schiebt die Karteikärtchen solange hin und her, bis der wichtigste Wert ganz oben liegt und sich die anderen in ihrer Wichtigkeit unter diesem Kärtchen einreihen.

Ganz vertieft war sie in ihre Arbeit und voll Schreck fällt ihr Blick auf die Uhr. Es ist richtig spät geworden. Schnell noch ins Bad und dann nichts wie ab ins Bett. Mit dem Gedanken an die Werte, die ihr im Leben wirklich wichtig sind, schläft sie rasch ein.

Und tatsächlich – sie kann endlich mal wieder durchschlafen bis am nächsten Morgen der Wecker klingelt.

 

Wertehierarchie hilft bei der Entscheidung

Ihre Laune ist deutlich besser als die letzten Tage, die Arbeit geht gut von der Hand und sie freut sich schon auf den Feierabend. Als sie am Abend heimkommt, schnappt sie sich die Zettel vom Vortrag und ihre Wertehierarchie und vergleicht, bei welchem Szenario sie die meisten ihrer Werte ausleben kann. Ergänzt die Pro-Listen mit den dazugehörigen Werten. Achtet darauf, bei welcher Lösung eventuell Werte missachtet oder verletzt würden.

Sie legt sich schöne, entspannende Musik auf und erlaubt es sich, gedanklich einzutauchen in die zwei verschiedenen Szenarien. Erst Variante A. Mara achtet genau auf die Gefühle, die dabei hochkommen und darauf, ob sich körperlich etwas bemerkbar macht. Ob ein Gefühl von Enge oder Weite entsteht.

Als sie alles wahrgenommen hat, macht sie sich Notizen zu ihren Beobachtungen. Und taucht ein in die Variante B. Wieder achtet sie auf alle Empfindungen und schreibt im Anschluss auf, was sie erlebt hat.

Mara ist ganz überrascht, wie unterschiedlich sich beide Varianten für sie angefühlt haben. Eigentlich ist damit die Entscheidung schon klar.

 

Verstand und Herz im Team

Doch der Verstand will sich nicht einfach so ausboten lassen und schickt gleich noch ein paar Zweifel. Die kommen mit auf die Liste. Mara hat keine Lust mehr, das Gedankenspiel mitzuspielen und den Zweifeln zu erlauben, sie in eine Dauerschleife zu ziehen. Sie ist der Boss und setzt ein inneres STOPP!

Weil ihr dieses Verhalten noch ein wenig ungewohnt ist und sie doch wieder etwas nervös macht, führt sie noch eine Übung durch, die ihr eine liebe Freundin einmal gezeigt hat. Sie nimmt beide Blätter und legt sie mit etwas Abstand auf den Fußboden. Dann fühlt sie noch einmal hinein, wie es ihr geht, wenn sie die Lösung A vor sich hat und anschließend die Lösung B. Sie beginnt, um die beiden Blätter herumzugehen und läuft dabei eine liegende Acht nach.

In einer Hälfte der Acht liegt Variante A, in der anderen Hälfte Variante B. Eine Runde nach der anderen geht sie die liegende Acht. Und dann spürt sie wieder in sich hinein. Hat sich etwas verändert?

Mit jeder Runde, die sie läuft, wird sie immer ruhiger und sicherer in ihrer Entscheidung. Und auf einmal merkt sie, wie befreit sie sich fühlt.

Jetzt haben die Dinge sich für sie geklärt und sie weiß, was sie tun wird. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht greift sie zum Telefon und wählt Monis Nummer.

 

 

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Jutta Marx

Achtsamkeit und Gelassenheit sind für mich die Schlüssel zu einem Leben in innerem Frieden. Es ist egal, was das Leben dir präsentiert - wenn du bei dir bleibst, in deiner Mitte bist, dann kannst du mit allen Herausforderungen besser fertig werden. Auch die - manches mal extrem herausfordernde - Kinderwunschzeit lässt sich so besser bewältigen. Zeig dem Stress in deinem Leben jetzt die rote Karte!

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