Bist du noch Sklave deiner Gedanken?

Bist du noch Sklave deiner Gedanken?

Auf einmal sind diese Gedanken da – „Mist, jetzt ist schon wieder Mittwoch und mehr als die Hälfte vom Urlaub schon wieder vorbei! Das ist doch wirklich zu blöde – das ganze Jahr arbeitet man und spart, um sich den Urlaub leisten zu können und dann geht die Zeit so schnell vorbei.“ Katja zieht einen Flunsch und verbreitet eine richtig miese Stimmung. „Nur noch drei Tage!“ Hängender Kopf, zusammengezogene Schultern und Mundwinkel, die beinahe bis zum Boden reichen.

 

Negative Gedanken sind ansteckend

Bei Ursula ist die Botschaft auch schon angekommen und ihre Gedanken verändern sich „Ja, da hast du recht, es ist totaler Käse. Am Samstagmorgen steigen wir ins Flugzeug und ein paar Stunden später geht der Alltagstrott wieder los.“ Auch bei ihr verändern sich die Körperhaltung und der Gesichtsausdruck ganz deutlich.

Richard fühlt sich mit der Energie, die da gerade entsteht, gar nicht wohl und verlässt die Runde ganz diskret. Zieht sich zurück an seinen Lieblingsplatz vorne am Bug des Segelbootes. Vanessa folgt ihm und legt sich dort in die Sonne.

 

Lamentieren ist leicht

Julia wartet einen Moment ab und als Katja weiter jammert, unterbricht sie ihren Redefluss. „Hey, stopp. Stopp diese negativen Gedanken. Hör damit auf. Samstag ist Samstag. Und jetzt ist jetzt. Gerade jetzt in diesem Moment sind wir hier auf dem Segelboot. Haben frei. Müssen keinerlei Verpflichtungen erfüllen. Die Sonne scheint, die Windverhältnisse sind perfekt und wir können uns eine richtig gute Zeit machen.“

Katja wird einen kurzen Moment still und schaut Julia verständnislos an. Was ist denn das für eine Reaktion? Sie ist es gewohnt, dass die Menschen einsteigen in ihre Jammergeschichten. Üblicherweise trägt jeder noch etwas dazu bei und man kann sich eine ganze Weile wunderbar damit beschäftigen zu lamentieren. Was soll daran auf einmal falsch sein?

 

Bist du Opfer oder Schöpfer?

„Aber es stimmt doch. Der halbe Urlaub ist schon wieder rum. Und ich finde das ungerecht, dass die Zeit im Urlaub so schnell vergeht.“ „Katja, geht es dir im Moment gut?“ „Nein.“ „Aha. Und woran könnte das liegen?“ „Ich sag es dir doch gerade, Julia, ich bin sauer, dass der Urlaub schon fast vorbei ist. Und außerdem merke ich, dass ich Kopfschmerzen bekomme.“

„Katja, könnte es sein, dass du daran was ändern kannst?“ „Hä? Wie soll das denn gehen? Kopfschmerztabletten habe ich keine dabei.“ Julia lacht. „Nein, das ist auch nicht die Lösung, die ich meinte. Heute Morgen am Frühstückstisch, da warst du noch fröhlich und gut gelaunt, oder?“ Katja überlegt einen Moment. Kann das stimmen? Ihr kommt es so vor, als wäre sie schon mit diesem doofen Gefühl aufgewacht. Doch wenn sie einen Moment drüber nachdenkt, fällt ihr auf, dass Julia Recht hat.

 

Achte gut auf deine Gedanken

„Gut. Da wären wir uns also einig. Und jetzt erinnere dich mal, was nach dem Frühstück alles war. Wann hast du zum ersten Mal dieses unzufriedene Gefühl in dir gespürt?“ „Als wir über die Wetterprognosen gesprochen haben und wann wir welchen Törn fahren können, fiel mir auf, dass wir nur noch drei Tage übrig haben. Da ging es los.“ „Interessant. Das heißt, du hattest einen Gedanken im Kopf, der ein Gefühl in dir ausgelöst hat. Und du bist an diesem Gedanken und dem damit verbundenen Gefühl hängen geblieben. Hast ihm Aufmerksamkeit gegeben und so konnte das Gefühl in dir immer stärker werden. Dann wurden aus deinen Gedanken Worte, die du ausgesprochen hast und prompt bekamst du von Ursula auch noch die Bestätigung. Ein weiterer Verstärker für deine Gedanken und das damit verbundene Gefühl.“

graffiti-419931_1280

 

Bringen dir deine Gedanken Energie?

Katja ist verblüfft. So hat sie es noch nie betrachtet. Tatsächlich ist es ihr schon manches Mal aufgefallen, dass sie sich nach einem Kaffeeklatsch, bei dem man mal wieder so richtig „vom Leder zog“, mies fühlte und sich keinen Reim drauf machen konnte, warum. Während man beieinander saß war alles ok, doch anschließend fühlte sie sich leer und energielos. Das Verstärken der Gefühle durch die gemeinsame Jammerrunde könnte die Erklärung sein.

„Julia, jetzt erklär mir bitte, wie ich diese Situation verändern kann.“ „Sind wir uns einig, dass das schlechte Gefühl, das dir auch den Kopfschmerz beschert hat, ursprünglich durch einen Gedanken von dir ausgelöst wurde?“ „Ja. Das kann ich so nachvollziehen.“ „Kannst du dir auch vorstellen, dass du die Macht hast, zu entscheiden, was du denkst?“ „Na ja, da tue ich mich wieder etwas schwerer. Wie soll das gehen? Ich habe doch ständig irgendwelches Zeug im Kopf. Die Gedanken sind einfach da.“

Gedanken sind wirkende Kräfte. Klick um zu Tweeten

 

Gedanken lassen sich beeinflussen

„Es ist Übungssache. Und du kannst auch entscheiden, wie viel Aufmerksamkeit du einem Gedanken gibst, der auftaucht. Lässt du ihn einfach weiterziehen oder hältst du ihn fest und machst ihn größer? Du kannst jeder Zeit innerlich einfach „STOPP!“ sagen. Nimm den Gedanken wahr, der auftaucht und lass ihn gehen. Ohne ihn zu bewerten oder dich zu verurteilen dafür, dass er überhaupt da ist. Am einfachsten ist es, wenn du deine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes lenkst. Auf etwas, das dir gut tut oder dir Freude macht. Hier und heute wird dir das besonders leicht gemacht. Nimm die Sonne wahr. Oder das Meer. Den leichten Wind auf deiner Haut. Mach dir den Moment bewusst. Jetzt in diesem Augenblick – was kannst du wahrnehmen und spüren? Und schon sind deine Gedanken mit etwas anderem beschäftigt.“

Du hast die Macht, deine Gedanken zu beeinflussen. Klick um zu Tweeten

 

Bewusstes wahrnehmen hilft

Für einen kurzen Moment ist Stille. „Ja, du hast Recht. Wenn ich mich auf das Wahrnehmen konzentriere, haben andere Gedanken keinen Platz. Das funktioniert super. Doch was tue ich, wenn ich nicht in einer so tollen Umgebung bin?“ „Wahrnehmen geht überall. Wenn du zum Beispiel auf deinem Bürostuhl sitzt, kannst du einfach kurz spüren, wie du da sitzt. Wie fühlt sich die Kleidung an, die du trägst? Nimm die Kaffeetasse bewusst wahr. Die Beschaffenheit der Oberfläche, die Temperatur.“

 

Gib deinen Gedanken die Richtung vor

„Hast du noch einen anderen Tipp für mich?“ „Ja, zwei sogar. In besonders angespannten Situationen fällt es manchmal schwerer, die Gedanken zu kontrollieren. Ich habe dann gute Erfahrungen damit gemacht, nach dem „STOPP“ einen positiven Satz immer wieder vor mir her zu sagen. Dann waren meine Gedanken beschäftigt und ich habe mich in eine gute, förderliche Energie gebracht. Welche Sätze mir gerade gut taten, hatte ich mit meiner Gelassenheits-Trainerin abgestimmt. Die Impuls-Coaching-Sitzungen dort gönne ich mir immer noch regelmäßig. Da bekomme ich so viel wertvollen Input, das ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

 

Stell dir bessere Fragen

Und Tipp zwei lautet: stell dir bessere Fragen. Damit meine ich, dass du deinen Verstand beschäftigen sollst mit dem, was dir dienlich ist. Wenn du merkst, dass deine Gedanken dir nicht gut tun, dann frage dich immer und immer wieder „was kann ich tun, damit es mir gut geht“ oder eine ähnliche (positiv formulierte!) Frage. Auch bei der Formulierung dieser Fragen hat mich mein Impuls-Coach, meine Gelassenheits-Trainerin, hervorragend unterstützt. Außerdem habe ich mir einen sehr guten kostenlosen Online-Workshop angeschaut, in dem bekommt man jede Menge gute Tipps. Zum Glück ist der so erfolgreich, dass er immer wieder wiederholt wird. Hier kannst du mehr dazu erfahren: http://bit.ly/gift-kopf 

 

Eine aufrechte Körperhaltung verändert viel

So – ich könnte dir dazu noch ganz viel erzählen. Aber für den Anfang ist das, glaube ich, genug. Weißt du, was mir gerade auffällt? Deine Körperhaltung hat sich verändert während unseres Gespräches. Du bist wieder aufrecht, deine Schultern sind hinten und deine Mundwinkel ziehen nicht mehr in Richtung Fußboden. Klasse. Du bist Spitze, liebe Katja.“

„Danke, Julia. Das kurze Gespräch hat mir richtig viel gebracht. Werde versuchen, mich immer wieder an deine Tipps zu erinnern.“

 

100% Präsenz im Hier und Jetzt

In diesem Moment hören die beiden Richard rufen „da, auf ein Uhr – Delfine“ und schlagartig ist die komplette Aufmerksamkeit nach vorne rechts gerichtet. Kein Raum mehr für Gedanken an das, was war oder kommen wird. Für den Augenblick 100% Präsenz.

 

Mehr zum Thema „Gedankenkarussell stoppen“ findest du in diesem Artikel http://jutta-marx.de/gedankenkarussell-monster/

Willst du die geniale Unterstützung vom Impuls-Coaching einmal selber erleben? Sichere dir eine „Gelassenheitsrunde“ zum kennen lernen. Gratis. Einfach hier klicken und einen passenden Termin auswählen https://juttamarx.youcanbook.me

2 Kommentare an Bist du noch Sklave deiner Gedanken?

  1. Danke für den gehaltvollen Artikel, Jutta. Mir persönlich hilft Yoga und Meditation immer wieder, alle (auch negative) Gedanken achtsam wahrzunehmen und vorbeiziehen zu lassen. Und ja – wir können uns auf Positives einstimmen. Du gibst u.a. die Anregung, das über geeignete Fragen und die Körperhaltung zu tun. Finde ich beides sehr wirksam. Für manche meiner durchaus lebenserfahrenen Coaching-Klienten ist es eine großes Aha-Erlebnis, wenn sie die Identifikation mit ihren Gedanken lockern oder auflösen können. Viel Erfolg beim achtsamen Coaching und mit Deinem Blog. Herzliche Grüße aus Berlin Christine

Hinterlasse einen Kommentar!

Jutta Marx

Achtsamkeit und Gelassenheit sind für mich die Schlüssel zu einem Leben in innerem Frieden. Es ist egal, was das Leben dir präsentiert - wenn du bei dir bleibst, in deiner Mitte bist, dann kannst du mit allen Herausforderungen besser fertig werden. Auch die - manches mal extrem herausfordernde - Kinderwunschzeit lässt sich so besser bewältigen. Zeig dem Stress in deinem Leben jetzt die rote Karte!

Wenn du dich in meinen Newsletter einträgst, bekommst du von mir wöchentlich viele alltagstaugliche Tipps für ein entspannteres Leben.