Was haben Zimtsterne und Zitronenherzen mit Loslassen und Gelassenheit zu tun?

Was haben Zimtsterne und Zitronenherzen mit Loslassen und Gelassenheit zu tun?

Zimtsterne und Zitronenherzen

Heute Nachmittag habe ich Plätzchen gebacken – Zimtsterne und Zitronenherzen. Diese Plätzchen gab es schon seit meiner frühestens Kindheit jedes Jahr wieder. Alle anderen waren variabel, mal wurde dieses und mal jenes Rezept ausprobiert, aber Zimtsterne und Zitronenherzen gehörten absolut zu Weihnachten, so wie der selber gebackene Stollen. Der Stollen liegt seit einigen Wochen im Keller und zieht durch. Heute kamen also die Zimtsterne und Zitronenherzen dran.

 

Gerüche können Erinnerungen wecken

Während ich so in der Küche stand liefen meine Gedanken sehr intensiv zu meiner Mutter. Von ihr habe ich die Rezepte übernommen, ihre Tradition führe ich weiter. In diesen Tagen ist ihr dreizehnter Todestag und so ist es nicht verwunderlich, dass sie heute so präsent war.
Vieles ging mir durch den Kopf. Was war sie für ein Mensch? Was brachte sie zum Lachen? Wovor fürchtete sie sich? Was machte sie zornig? Jede Menge Erinnerungen tauchten auf. An gute Zeiten und an schwierige Phasen. An ihre Erkrankung, die vielen Monate im Krankenhaus und letztendlich ihr Sterben, in dem ich sie begleiten durfte.

 

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Was wäre wenn

Ihr Tod war ein Wendepunkt in meinem Leben. Danach habe ich begonnen viele Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Ich habe mich sehr verändert in den letzten Jahren. Und es kam der Gedanke hoch „wie wäre die Beziehung zwischen mir und meiner Mutter, wenn ich, so wie ich jetzt bin, schon vor 16 Jahren oder noch früher gewesen wäre?“.
Dies ist eine ungünstige Frage. Hypothetisch. Und auf einmal war eine große Traurigkeit spürbar. So viel verlorene Lebenszeit. Keine einzige Minute wiederholbar.
Diese Traurigkeit wollte ich wieder loslassen. Also habe ich mir für sie Zeit genommen. Paradox? Keineswegs.

 

Gefühle wahrnehmen und loslassen

Ich habe mich hingesetzt, die Füße flach auf den Boden gestellt und eine aufrechte Sitzhaltung eingenommen. Die Augen habe ich geschlossen und einfach nur geatmet. Meine Schultern habe ich weich werden lassen. Mit jedem Ausatmen in Richtung Boden schmelzen lassen.
Und dann habe ich hineingespürt in diese Traurigkeit. Einfach nur wahrgenommen, dass sie jetzt da ist. Habe sie vor meinem inneren Auge Gestalt annehmen lassen. Habe sie einfach nur wahrgenommen und beobachtet. Erst wuchs sie, wurde größer und intensiver. Und mit jedem Atemzug verlor sie an Intensität und Größe. Bis sie sich schließlich auflöste.
Ich habe noch ein wenig weiter geatmet und es fühlte sich immer besser an. Ein Gefühl von Dankbarkeit und Liebe machte sich in mir breit, dehnte sich aus.
In wenigen Minuten hat sich mein Gefühl so wunderbar gewandelt. Es hat sich für mich gelohnt, dass ich mir diese Zeit genommen habe.

 

Gefühle wahrnehmen und Verletzungen heilen

Bevor ich diese simple Technik kannte, habe ich Traurigkeit oder ähnliche Gefühle stunden- oder tagelang mit mir herum getragen. Sie haben mich blockiert und meine Energien gebunden. Ich bin dankbar, dass ich für mich einen neuen Weg gefunden habe.
Das weiche Atmen ist für mich eine Art des Loslassens durch Annahme. Annahme der aktuellen Gefühlslage. Einfach beobachten was ist. Annehmen, dass es genauso ist und nicht anders. Kein Kampf sondern Frieden in mir. Vielen meiner Klienten habe ich diese Art des Loslassens bereits vermittelt und es hilft tatsächlich jedem.

 

 

Was hilft dir, wenn du traurig bist? Ich freue mich auf deine Anregungen im Kommentar.

3 Kommentare an Was haben Zimtsterne und Zitronenherzen mit Loslassen und Gelassenheit zu tun?

  1. Danke für diesen Impuls, sich auch auf seine unangenehmen Gefühle einzulassen, um sie loszulassen, statt sie zu verdrängen. Denn was wir verdrängen behält uns letztlich doch im Griff, rumort im Untergrund und kommt oft dann wieder mit voller Macht zu Tage, wenn wir es am wenigsten gebrauchen können…

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Jutta Marx

Achtsamkeit und Gelassenheit sind für mich die Schlüssel zu einem Leben in innerem Frieden. Es ist egal, was das Leben dir präsentiert - wenn du bei dir bleibst, in deiner Mitte bist, dann kannst du mit allen Herausforderungen besser fertig werden. Auch die - manches mal extrem herausfordernde - Kinderwunschzeit lässt sich so besser bewältigen. Zeig dem Stress in deinem Leben jetzt die rote Karte!

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