Ira, die Gärtnerin

Die Erde zitterte, so stark stampfte Ira mit dem Fuß auf. „Ich hasse diesen verflixten Garten.“ Der ganze Körper erbebte vor Wut, die Hände waren zu Fäusten geballt. Salzige Tränen kullerten über die Wangen und vernebelten den Blick.

 

Ira fühlte sich wie eine Gefangene. Machtlos und eingesperrt in diesen unseligen Garten. Zornig blickte sie auf ein Beet, das vor ihr lag. Rau, rissig und aufgesprungen lag die blanke, steinige Erde vor ihr. Nichts wächst hier, nicht der kleinste Halm ist zu sehen. Aaahhhhhh!

 

„Ständig säe ich neu nach und was passiert? Nichts! Gar nichts! Das ist doch nicht normal. Bin ich denn wirklich so unfähig? Zu blöd, das hinzukriegen? Dämlicher Garten.“ Ira schimpfte laut vor sich hin. Blind vor Wut nahm sie gar nicht wahr, dass eine alte Frau an den Zaun getreten war und sie mit verständnisvollen Augen anblickte.

 

„Ira, Ira, darf ich einen Moment zu dir reinkommen?“ Leise war die Stimme, ganz zart und trotzdem eindringlich. Nach einer ganzen Weile, nachdem sie ihre Frage mehrfach wiederholt hatte, nahm Ira die alte Frau wahr.

 

Verwundert öffnete sie die Tür und lud die alte Frau ein hereinzukommen. Kaum hatte diese den Garten betreten, nahm sie auch schon auf der alten, windschiefen Bank unter dem blühenden Apfelbaum Platz.

 

„Komm, setz dich zu mir, Ira.“ liebevoll streckte sie ihre Hand aus. Vorsichtig, leicht zögernd, noch ein wenig misstrauisch, näherte sich Ira der Bank. Seltsam vertraut schien ihr die alte Frau.

 

Was ging hier vor? Mit jedem Schritt bemerkte Ira, wie müde sie war. Müde vom ewigen Kampf. Müde von der enttäuschten Hoffnung. Als hätte sie eine sehr weite Reise hinter sich, ließ Ira sich völlig erschöpft auf die Bank sinken.

 

„So ein schöner Garten.“ Ira blickte die alte Frau mit großen Augen an. „Schön? Ich kann hier nichts Schönes entdecken. Sieh dir nur dieses Beet an. Egal, was ich auch versuche, hier wächst einfach nichts.“ „Ja, Ira. Ich sehe dieses Beet.“ Liebevoll legte die alte Frau die Arme um Iras Schultern.

 

„Ruh dich aus. Schließe für einen Moment deine Augen. Lass es gut sein. Ich bin bei dir. Ich halte dich. Du darfst loslassen.“ Ira war es, als ob in diesem Moment eine riesige Last von ihr abfiel. Sie lehnte sich bei der alten Frau an und hatte plötzlich ein Gefühl, als käme sie nach Hause. Tränen der Trauer, Wut, Enttäuschung und Erschöpfung flossen in Strömen und benetzten den Boden. „Alles ist gut.“  

 

Als der Tränenstrom versiegte und Iras Körper aufhörte zu zittern, rollte sie sich wie eine kleine Katze auf der Bank zusammen und legte ihren Kopf auf den Schoß der alten Frau. Worte waren überflüssig. Eine Welle der Liebe und des Vertrauens flutete ihren Körper. Es fühlte sich an, als sauge sich jede einzelne Zelle ihres Körpers voll damit. Heilsame Energien hüllten sie ein. Annahme. Versöhnung. Sie spürte, wie ihr Herz Atemzug für Atemzug weicher wurde und sich mehr und mehr öffnete.

 

Nachdem sie eine ganze Weile so verbracht hatte, hörte sie die alte Frau sprechen: „Ich sehe den wunderschönen Apfelbaum, unter dem wir sitzen. Die herrlichen Salatköpfe dort in der Ecke, die blühenden Bohnenranken, all die bunten Blütenpflanzen und den kleinen Teich mit den Fröschen. Die zahlreichen Wildkräuter, die sich selbst ihren Platz gesucht haben. Ich sehe die vielen Insekten, die hier Nahrung finden. All die Beerensträucher und Tomatenpflanzen. Es gibt so viel Wertvolles in deinem Garten. Kannst auch du diese Vielfalt und die Liebe darin wahrnehmen?“

 

Ira erhob sich und sah sich um. Schon lange war es her, dass sie etwas anderes gesehen hatte in ihrem wunderbaren Garten als dieses eine Beet. Doch die alte Frau hatte Recht. Mit weit geöffneten Herzen und durch die Augen der Liebe betrachtet, empfand sie ihren Garten in seiner Gesamtheit als großartiges Geschenk. Sie hatte Frieden geschlossen.

 

Voll Dankbarkeit umarmte sie die alte Frau und sah ihr lange nach, als diese den Garten verließ – nicht ohne vorher das Versprechen bekommen zu haben, dass sie jederzeit zurückkehren würde. Ein Moment des Innehaltens, ein tiefer Atemzug, oder ein Gedankenimpuls würde genügen, um sie einzuladen.

 

 

 

 

 

 

Fühlst auch du diese Sehnsucht in deinem Herzen, endlich deinen Schmerz loslassen und Frieden schließen zu können?

Dann trau dich, nimm meine ausgestreckte Hand und lass uns miteinander reden.

Du musst dafür nicht zu mir kommen. Ich lade dich ganz unkompliziert zu einem virtuellen Treffen via Zoom ein. Alles, was du dafür brauchst, ist ein PC mit Kamera. Wenn das nicht geht, dann können wir gerne auch telefonieren.

Für dich ist dieses Gespräch kostenfrei. 30 Minuten nehme ich mir gerne Zeit für dich. Einfach so. Damit es dir besser geht.

Um einen Termin zu finden, schreib mir bitte eine Nachricht mit deinen Kontaktdaten, lass mich wissen, wann ich dich gut erreichen kann und ich melde mich ganz rasch bei dir.

 

 

 

 

 

Du bist ein einzigartiges, geliebtes Wesen. Vergiss das nie. Und wenn es dir gerade einmal schwer fällt, dies für dich anzunehmen, dann möchte ich dich ermuntern, aktiv etwas für dich zu tun.

Der Hirnforscher Antonio Damasio bezeichnet den Körper als die Bühne der Gefühle. Und auf dieser Bühne darfst du ansetzen, deine Gefühle zu verändern und durch Zorn und Ablehnung gebundene Energien wieder in den Fluss zu bringen.

 

Der wunde Punkt

Als Sofortmaßnahme bei Wut, Schmerz, Enttäuschung oder ähnlichen Empfindungen hat sich eine Übung aus der angewandten Kinesiologie bewährt. Sie heißt „DER WUNDE PUNKT“.

Mit ihrer Hilfe gelangt man rasch wieder in die innere Balance. Und sie stärkt die Selbstakzeptanz.

Der wunde Punkt“ ist einer der neurolympatischen Punkte, die der amerikanische Osteopath Francis Chapman vor etwa 100 Jahren entdeckt hat. Lange Zeit blieben dessen Erkenntnisse eher unbeachtet, bis George Joseph Goodheart, Jr., ein US-amerikanischer Chiropraktiker und Begründer der Angewandten Kinesiologie sie für seine Arbeit entdeckte.

Durch den „wunden Punkt“ laufen viele Nerven und seine Durchlässigkeit ist für die Beseitigung von emotionalen Blockaden elementar. Du findest ihn auf der linken Seite deiner Brust. Etwa in der Mitte deines Schlüsselbeins und zwei, drei Fingerbreit nach unten in Richtung deiner Brustwarze. Du wirst es spüren, wenn du richtig bist. Meistens ist diese Stelle etwas empfindlicher als die Umgebung drum herum.

 

Der wunde Punkt wird nicht beklopft

Reibst du deinen „wunden Punkt“ mit sanften Druck mehrfach im Uhrzeigersinn, während du gleichzeitig den Akzeptanzsatz leise aussprichst, dann kannst du damit Blockaden lösen und zur Ruhe kommen.

Sei achtsam und lass dich von deinem Gefühl leiten, wie lange es dir gut tut. Meistens reichen 7 – 9 kreisende Bewegungen schon aus und du wirst eine Veränderung bemerken.

 

Der Akzeptanzsatz

Wie der Akzeptanzsatz genau lautet, hängt von deiner Situation ab. Du benennst immer möglichst konkret das Gefühl, das dich plagt und ergänzt ihn mit einer Aussage der Selbstakzeptanz.

Idealerweise lautet der Akzeptanzsatz „Auch wenn es mich belastet, dass ich gerade xy bin, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“

XY steht hier für den Zustand, in dem du dich aktuell befindest und den du verändern willst. Es könnte also z. B. heißen „Auch wenn es mich belastet, dass ich gerade so wütend auf meinen Körper bin, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.“

Wichtig ist es, dass du hinter dem, was du sagst, auch stehen kannst. Es also als Wahrheit anerkennen kannst. Möglicherweise ist es dir nicht möglich, „ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz“ zu sagen und zu fühlen, wenn du so voller Wut auf deinen Körper bist.

Gerade wenn es dir nicht möglich ist, dich selbst zu lieben, dann mildere den Satz ab. Verwende zum Beispiel „bin ich ok“ oder „akzeptiere ich mich an, so wie ich bin“.

Experimentiere ein wenig. Es muss für dich stimmig sein. Vielleicht gelingt es dir nach einigen Durchläufen den Akzeptanzsatz so weit zu steigern, dass du es wirklich spürst und sagen kannst „ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz“.

 

Der wunde Punkt – das Pflaster für deine verletzten Gefühle

Die Arbeit mit dem „wunden Punkt“ ist sehr heilsam und eignet sich hervorragend als „Erste-Hilfe-Maßnahme“, wenn deine Gefühle aufgewühlt sind wie ein Ozean im Sturm. Nutze sie mit dem gleichen Selbstverständnis, mit dem du dir ein Pflaster bei einer Schnittwunde holst.

Wenn sie dir einmal in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist, dann wirst du sie vermutlich bereits einsetzen, sobald der erste Wind aufkommt. Und so den Herausforderungen des Lebens mit größerer Gelassenheit begegnen.

 

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Foto: Reiner Endriss