Rückzug oder nicht?

Wie gehen wir damit um, wenn uns das Leben gerade einmal wieder so richtig ins Stolpern gebracht hat? Ziehen wir uns in uns zurück oder gelingt es uns, dem Leben gegenüber offen zu bleiben? Machen wir unverdrossen weiter und gehen mutig auf die Dinge zu?

 

Liebe annehmen – die natürlichste Sache der Welt

Jeder Mensch ist da anders. Bringt eine ganz eigene Grundlage aus dem Start ins Leben und der Kindheit mit. Wir kommen so offen auf die Welt. Alles ist dafür vorbereitet, dass wir genau so wie wir sind, einfach geliebt werden. Wir sind ganz offen dafür – Liebe annehmen ist so selbstverständlich in uns angelegt wie das Atmen.

Unser Überleben hängt davon ab, dass sich jemand um uns kümmert, unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Berührung, Nähe und Trost erkennt und befriedigt. So festigt sich unser Vertrauen ins Leben.

Im Idealfall haben wir eine Umgebung, die uns all das schenkt. Und wir erfahren, dass wir so, wie wir sind, ok sind und Liebe annehmen ganz selbstverständlich ist. Dann haben wir die Chance, eine stabile, gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Liebe ist, was uns wachsen und reifen lässt.

 

Perfekte Welt?

Doch wir leben in einer Welt, die nicht perfekt ist. Unsere Bedürfnisse wurden vielleicht nicht immer wahrgenommen und befriedigt. Wir haben möglicherweise Ablehnung erlebt. Fühlten uns vielleicht allein gelassen.

Und manche unter uns hat es nie erfahren, wie es sich anfühlt, bedingungslos angenommen und geliebt zu werden. Stattdessen sind schon früh Frust und Ablehnung eingezogen und wir haben Strategien entwickelt, damit umzugehen und trotzdem zu überleben. Und dabei vielleicht den Kontakt zu unserem wahren Selbst, unserer Seele, ein Stück weit verloren.

Wenn in uns diese tiefe Sehnsucht nach einem eigenen Kind erwacht, dann kommen wir in ganz tiefen, unbewussten Schichten wieder in Berührung mit diesen Erfahrungen. Wie wir mit eventuell dabei auftauchenden Schwierigkeiten fertig werden kann viel damit zu tun haben, was wir damals als Basis mit auf unseren Lebensweg bekommen haben.

 

Es ist nicht zu spät

Die gute Nachricht ist, dass wir heute als Erwachsene alle Möglichkeiten in der Hand haben, die Dinge zu verändern. Was war, das war und lässt sich nicht verändern. Doch wir müssen nicht auf dem Stand der Kindheit stehen bleiben. Schritt für Schritt darf unsere Kindheit heilen, wenn wir uns darauf einlassen möchten.

In Sachen Liebe und Urvertrauen haben wir vermutlich alle Nachholbedarf. Ohne Liebe fühlen wir uns nie richtig geborgen und sicher. Vieles bleibt einfach anstrengend und das Leben scheint ein ständiger Kampf und das Überwinden von Hindernissen zu sein. Unser Selbstwertgefühl ist vermutlich nicht auf dem Level, auf dem es natürlicherweise sein könnte.

 

Liebe annehmen – eine Herausforderung

Wenn wir die frühe Prägung nicht bekommen haben, es also nicht gelernt haben, Liebe ganz selbstverständlich anzunehmen, dann sind für vielleicht Meisterinnen im Geben, haben aber keine Ahnung oder große Unsicherheiten, wie wir annehmen können.

Annahme ist ein zutiefst weibliches Prinzip – sich dem Leben hingeben, vertrauen und fühlend einlassen auf das, was kommen mag. Auch wenn uns diese Fähigkeit vielleicht nicht in die Wiege gelegt wurde, können wir die Liebe jetzt in unser Leben einladen. Und es üben, jeden Tag ein wenig mehr Liebe anzunehmen. Es ist eine Entscheidung für das Leben und für die Liebe zu uns selbst.

Ich finde es spannend, dass wir tatsächlich die Möglichkeit haben, Liebe einfach einzuatmen. Wir können uns in uns sinken lassen und mit jedem Atemzug die Erlaubnis geben, dass die Liebe in uns einströmt. Atemzug für Atemzug. Diese Liebe der Quelle allen Seins, dir wir einatmen können, trägt uns und ist immer für uns da.

Möglicherweise tauchen da erst einmal jede Menge Widerstände auf, wenn wir beginnen uns dieser Liebe zu öffnen. Das ist ganz normal und völlig in Ordnung. Wir sind ok mit all dem, was wir spüren und was an die Oberfläche kommt. Was sich zeigt, ist bereit sich nun zu lösen und wir dürfen die Erlaubnis geben, dass Heilung geschehen darf.

Auch wenn es vielleicht etwas dauern mag, bis es uns gelingt, die Liebe tatsächlich wahrzunehmen, sie zu spüren und dann auch anzunehmen, lohnt es sich, dran zubleiben. Es ist zum Glück niemals zu spät, damit zu anzufangen.

 

Männliche und weibliche Energien

Moderne Frauen leben häufig sehr stark das männliche Prinzip. Sie sind wahre Macher und haben gelernt, sich in der männlich geprägten Berufswelt durchzusetzen. Da blieb oft wenig Raum, die weiblichen Prinzipien der Passivität, Sensibilität, Hingabe und Annahme zu leben.

Die männliche Energie ist aktiv, zielgerichtet, kämpferisch, gebündelt, dynamisch, leistungs- und wettbewerbsorientiert.

Beide Energien gehören zu jedem von uns dazu, egal mit welchem Geschlecht wir geboren wurden. Es gilt, die männlichen und weiblichen Aspekte unseres Seins in ein harmonische Gleichgewicht zurück zu bringen. Beide Aspekte wollen Raum haben und gelebt werden. Auch dabei hilft es uns, wenn wir wieder lernen, die universelle Liebe, die uns umgibt, einzuatmen und anzunehmen. Uns in uns selbst sinken lassen und weich atmen.

 

Liebe annehmen – Alltagsgeschäft

Liebe einzuatmen ist keine spirituelle Praxis, die wir einmal in der Woche ausüben. Es ist vielmehr eine Form des bewussten täglichen Seins. So wie wir ganz selbstverständlich Wasser trinken, wenn wir durstig sind, dürfen wir Liebe einatmen, um in Kontakt zu sein mit uns selbst und uns verbunden zu fühlen mit der kraftvollen Quelle des Lebens. Wir können mit dem Einatmen der Liebe den Tag beginnen, während des Tages immer wieder einmal ein paar weiche Atemzüge nehmen und vor dem Schlafen gehen damit zur Ruhe kommen.

Weiches Atmen hilft uns, uns zu stärken für die Herausforderungen des Tages. Steht ein Termin beim Frauenarzt oder in der KiWu-Klinik an? Dann können wir uns erlauben ein paar weiche Atemzüge zu nehmen, bevor wir die Praxis betreten – die Liebe einatmen, die uns unterstützen möchte, sie annehmen. Wir haben auf diese Weise auch die Chance, Anspannungen aus unserem System abfließen zu lassen.

Steht auf dem ganz privaten Kinderwunsch-Terminkalender das Codewort oder geheime Symbol für „Sex, weil Eisprung“, dann könnten wir uns z. B. erst einmal einen Moment Zeit nehmen und Liebe einatmen. Die Liebe der Schöpfung annehmen, uns erst einmal innerlich vertrauensvoll für das Leben öffnen, bevor wir uns bereit machen für die körperliche Liebe. Wenn unser Partner offen ist dafür, dann kann man das auch wunderbar zu zweit machen. Ein Vorspiel der ganz anderen Art.

 

Liebe annehmen führt zu mehr Selbstliebe

Zur weiblichen Seite in uns gehört nicht zuletzt auch die Liebe zu uns selbst. Achtsam unsere Gefühle wahrnehmend dafür sorgen, dass es uns gut geht ist weibliche Fürsorge. Ebenso sich selbst Wert schätzen und sich mit schönen Dingen zu beschäftigen. Jeden Tag.

Wenn wir uns ein Baby wünschen, eine kleine Seele in unser Leben einladen, dann ist dies ein Akt der puren Liebe. Dieser beginnt mit der Liebe zu uns selbst. Es ist Zeit, dass wir wieder unseren „inneren Thron“ einnehmen. Verbinden wir uns wieder mit unserer weiblichen Urkraft, indem wir beginnen, die universelle Liebe anzunehmen und sie täglich immer wieder einzuatmen. Ganz bewusst die Entscheidung treffen für die Liebe.

Lasst uns JA sagen zu uns, zum Leben und unseren inneren Brunnen auffüllen mit Liebe, mit Schöpferenergie, bis er überquillt und wir genug haben, um davon an andere abgeben zu können.

Wenn du Unterstützung beim Weichen Atmen haben möchtest, dann nimm mit mir Kontakt auf. Du musst nicht alles alleine schaffen. Es darf leicht gehen.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde ich mich freuen, wenn du ihn teilst. Dankeschön.