Jetzt geht dann wirklich nichts mehr, oder? Dein „Sorgenspeicher“ ist gerade so voll, da passt absolut nichts mehr rein. Loslassen lernen ist angesagt, bevor dich die Sorgenlast erdrückt. Wie funktioniert dieses „loslassen lernen“ eigentlich? So oft hörst du den gut gemeinten Ratschlag „lass los“, doch wie es gehen soll, das sagt dir keiner. Das werden wir jetzt ändern.

Im ersten Schritt, um loslassen zu lernen, solltest du dir mal genau anschauen, was da eigentlich so alles aufgelaufen ist. Was hat deinen „Sorgenspeicher“ so angefüllt? Gehörst du zu den Menschen, die so sensitiv sind, dass sie alle Sorgen und Nöte dieser Welt zu ihren eigenen machen?

Vielleicht geht es dir so, wie es Mark Twain beschrieb, „In meinem Leben habe ich unzählige Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten.“? Sind es also fiktive Ängste und Sorgen, die dich plagen?

„In meinem Leben habe ich unzählige Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten.“ Mark Twain Klick um zu Tweeten

 

Vergangen und doch präsent

Gibt es eine Art Bodensatz, also Dinge aus längst vergangenen Zeiten, die dich aber immer wieder beschäftigen und für eine permanente Füllung des Speichers sorgen? Dazu gehören unter anderem:

  • Geplatzte Träume von einer strahlenden Zukunft.
  • Entscheidungen, die du im Rückblick gerne anders getroffen hättest.
  • Alles, was du nicht gemacht hast.
  • Zeiten, die du einfach hast verstreichen lassen.
  • Selbstvorwürfe, dass du nicht immer ein netter Mensch gewesen bist.
  • Du machst dich klein, weil du dich hast ausnutzen lassen.
  • Du ärgerst dich über Gelegenheiten, die du nicht ergriffen hast.
  • Du verzweifelst an deinem Ideal von einer gerechten Welt.
  • Die Vorstellung davon, wie ein anderer sein soll, erfüllt sich nicht, denn verhält sich anders als gewünscht.
  • Konkrete Vorstellungen davon, wie du gerne wärst, es aber nicht bist, geben deinem inneren Kritiker ständig neue Nahrung.
  • Schäden, die du dir oder anderen zugefügt hast.
  • Streitigkeiten, die nicht versöhnt sind.

Harte Zeiten

Oder gehst du gerade durch harte Zeiten, in denen eins zum anderen kommt, wie z. B.:

  • Viel zu viel Arbeit und es bleibt gar keine Zeit mehr dich.
  • Eine Rechnung nach der anderen flattert ins Haus und nicht bei jeder ist dir klar, wie du die bezahlen sollst.
  • In der Partnerschaft lief es auch schon mal harmonischer.
  • Immer wieder ereignen sich neue Katastrophen auf der Welt und du fühlst dich verunsichert.
  • Du selber oder Menschen, die dir am Herzen liegen, erkranken.
  • Dein Arbeitsplatz ist unsicher.
  • Deine Arbeit macht dich krank, aber du siehst keine Alternative.
  • Projekte scheitern.
  • Freundschaften zerbrechen.
  • Die Kinder machen Ärger, weil sie sich einfach anders entwickeln, als du es dir gewünscht hast.
  • Du fühlst dich von deinen Mitmenschen ungerecht behandelt.
  • Entscheidungen belasten dich, die du schon lange treffen solltest und vor dir herschiebst.
  • Irgendwie bleibt alles an dir hängen.
  • Die Verantwortung, die du für andere trägst, erdrückt dich beinahe.
  • Du trauerst um einen lieben Menschen.

 

Sorgenspeicher leeren = loslassen lernen

Ja, manchmal fordert das Leben dich ganz besonders heraus. Egal, wo die Ursachen sind, es ist an der Zeit den „Sorgenspeicher“ zu leeren, bevor er dich erdrückt und dir alle Lebensenergie raubt. Doch wie geht das?

Natürlich kann es nicht für alle Themen die gleiche Lösung geben. Es ist ein großer Unterschied, ob dich die Trauer um einen geliebten Menschen niederdrückt oder du gerade in einem finanziellen Engpass bist.

Dennoch gibt es einen ganz wesentlichen Schlüssel, der dich bei großen und bei kleinen Sorgen unterstützen wird: Loslassen lernen.

 Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück. Buddha Klick um zu Tweeten

 

Loslassen lernen heißt Gelassenheit gewinnen

Loslassen ist ein Aspekt, der zu mehr Gelassenheit im Leben führt. Loslassen ist so leicht gesagt und doch manches Mal so schwer getan.

Dabei gehört Loslassen vom ersten Atemzug an zu unserem Leben. Denn um einatmen zu können, muss ich erst einmal ausatmen, also den Atem loslassen. Das mag sich jetzt banal anhören, doch lass es als Bild auf dich wirken.

Loslassen – Verlust oder Befreiung?

Loslassen hat viele verschiedene Gesichter. Situationen, die irgendwie mit Verlust zu tun haben, tun erst einmal weh und machen häufig Angst. Loslassen beinhaltet meistens eine Form des Abschiednehmens. Doch manches Mal ist es auch eine Art der Befreiung.

Wenn wir Festhalten an Situationen und Menschen, die uns nicht gut tun, gehen wir das Risiko ein, krank zu werden. Wir setzen unsere emotionale und körperliche Gesundheit aufs Spiel.

Die Angst vor der Veränderung, die das Loslassen mit sich bringt, bindet Energien, die uns an anderer Stelle nicht zur Verfügung stehen. Wenn wir vor Angst erstarren, können wir nicht mehr kreativ und voll Freude unser Leben gestalten. Loslassen kann uns aus Situationen, die uns schädigen, befreien.

Wenn wir hadern mit den Ereignissen und uns immer wieder fragen „Warum“ „Wieso“, dann ist unser Denken, unsere Wahrnehmung eingeschränkt. Wir befinden uns auf einer Spirale, die nach unten führt.

Nur 2 Schritte: Du kannst frei entscheiden

Kennst du die Situation, dass du am Sonntagmorgen aufwachst, zum Fenster rausschaust und feststellst, dass es regnet? Und du beginnst, dich darüber so richtig zu ärgern? Denn du hast einen Ausflug mit dem Fahrrad geplant und jetzt das – so ein Sauwetter.

Wie ist das, hört es auf zu regnen, weil du dich so darüber ärgerst? Ich vermute mal, dem Regen ist dein Ärger ziemlich einerlei. Der einzige, der leidet, bist du selber. Den Ärger solltest du also schnellstens loslassen.

Und so funktioniert’s:

Schritt 1 – Erkennen der Situation

Schritt 2 – Entscheiden, etwas zu ändern.

In diesem Fall also neue Pläne für den Sonntag schmieden. Weißt du, was ich meine mit Akzeptanz? Im Grunde geht es beim Loslassen darum, dass wir akzeptieren können, dass die Dinge nun mal so sind, wie sie sind.

Hier in diesem Beispiel wird klar deutlich, dass es einzig und allein eine Entscheidung von dir braucht. Stopp den Gedanken des Ärgers, nimm die Situation so an, wie sie ist und passe deine Pläne den Gegebenheiten an.

 

Alles ist gut?

Akzeptanz heißt keinesfalls, dass du alles, was geschehen ist, gutheißen musst. Nein, doch du hörst auf, mit den Ereignissen zu hadern. Hörst auf, Schuld zuzuweisen. Deshalb kapitulierst oder versagst du nicht. Du lässt dir von gemachten Erfahrungen nicht mehr den gegenwärtigen Moment verdunkeln.

Loslassen ist eine Form der Annahme. Der Annahme der eigenen Unvollkommenheit. Und eine Annahme der Unvollkommenheit der Anderen. Ein Verabschieden von der Märchenwelt, die wir uns erträumt haben.

Loslassen verlangt von dir auf keinen Fall, dass du Erinnerungen an gute Momente oder geliebte Menschen aus deinem Leben streichen sollst. Sie einfach vergessen. Nein, das ganz sicher nicht.

Vertrauen ins Leben

Loslassen braucht eine große Portion Vertrauen in das Leben. Vertrauen darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Vertrauen darauf, dass letztendlich nichts Sinnloses geschieht, auch wenn manchmal sehr viel Zeit vergeht und wir schmerzhafte Täler durchschreiten müssen, bis wir erkennen und verstehen.

In unserem Leben geschehen immer wieder Verletzungen, die nicht heilen konnten. Dinge, die wir uns oder anderen noch nicht vergeben haben. Um loslassen zu können, ist Versöhnung mit dem, was geschehen ist, nötig. Denn was passiert, wenn wir uns nicht versöhnen? Wir hängen fest, bleiben energetisch verbunden mit Geschehnissen aus der Vergangenheit. Sie holen uns immer wieder ein.

 

Kleine Rituale zur Vergebung

Manchmal hilft es schon, das, was man vergeben möchte oder wofür man Vergebung erhalten will, auf ein Blatt Papier zu schreiben und dieses dann in einem kleinen Ritual zu verbrennen. Mit der Vorstellung, dass durch den Vorgang des Verbrennens Transformation bzw. Vergebung geschieht.

Oder aus dem Papier ein Schiffchen formen und es dann einem fließenden Gewässer anvertrauen.

Sehr hilfreich ist auch das Hawaianische Vergebungsritual Ho’oponopono. Es besteht aus den Elementen der Annahme, des Verzeihens und Vergebens und des Übergebens an eine höhere Macht.

Versöhnung ist immer möglich, auch wenn dir dein Gegenüber nicht zur Verfügung steht, denn sie geschieht auf energetischer Ebene und sie geschieht in dir. Gerne führe ich dich in einer Einzelsitzung durch ein hochwirksames Versöhnungsritual. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann nimm mit mir Kontakt auf.

Sind es wirklich deine Sorgenvögel?

Schau dir mal die Sorgenvögel, die es sich bei dir bequem gemacht haben genau an. Gehören sie tatsächlich zu dir? Oder hast du dich eines Tages ihrer angenommen, weil der Mensch, zu dem sie gehören, sich ihrer nicht annehmen konnte? Hegst und pflegst du sie, obwohl diese Sorgenvögel nicht deine sind? Bist du wirklich verantwortlich? Oder ist es jetzt an der Zeit, sie ziehen zu lassen?

Vielleicht kannst du vor deinem inneren Auge ein kleines Ritual ablaufen lassen, so als würdest du im Kino sitzen. Nimm den Sorgenvogel, der nicht wirklich zu dir gehört und klopfe dort, wo er ursprünglich zu Hause war, an der Tür. Erkläre dem Besitzer, dass die Zeit der Hege abgelaufen ist und du die Verantwortung für den Sorgenvogel zurückgibst.

Oder du gehst mit dem Sorgenvogel hinaus ins offene Land, vielleicht auch hoch auf einen Berg und lässt ihn frei. Du beobachtest ihn und siehst, wie er fliegt und sich immer weiter von dir entfernt.

Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Besorgnis über deinen Kopf fliegen. Aber du kannst verhindern, dass sie sich in deinem Kopf ein Nest bauen.

Chinesische Weisheit

 

Achtsamkeit

Schule dein Bewusstsein. Praktiziere Achtsamkeit im Alltag und lerne die Dinge zu hinterfragen. Schaue genau hin, ob es wirklich so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Je früher du Ärger und Sorgen loslassen kannst, umso weniger Nachschub kommt in deinen „Sorgenspeicher“ und umso leichter wirst du dein „Sorgensäckchen“ tragen können.

Alles Gute und nimm’s gelassen!

Jutta

 

Einladung zum Austausch:

Welche Rituale haben dir schon geholfen? Was für Erfahrungen kannst du anderen weitergeben?