Loslassen – so geht’s leichter

Neulich hatte ich einen Infoabend an der VHS gegeben zum Titel „Loslassen – so geht’s leichter:“ War voll im Thema mit allerlei Tipps und Tricks um leichter loslassen zu können. Trotzdem wurde ich extrem herausgefordert durch diesen Satz: „Und? Hat es funktioniert? Nein!?! Dann hör einfach damit auf. Jetzt.“ Baff. Das saß. Der Kommentar meiner Freundin traf mich wie ein Schwinger in der Magengrube. Aufhören? Mein Projekt, in das ich so viele Hoffnungen gesetzt hatte, einfach sterben lassen? Schon wieder loslassen? 

Nein, das wollte ich nicht. Alles in mir sperrte sich gegen diesen Gedanken. Im Null-Komma-Nix verspannte meine Nackenmuskulatur, die Schultern rutschten bedenklich nahe in Richtung Ohrläppchen und ein dumpfer, klopfender Kopfschmerz setzte ein. Alles in mir war im Widerstand. Spürbar und sichtbar.

 

Loslassen von Plänen und Projekten

In dieses Projekt hatte ich große Hoffnungen gesetzt. Habe mir ausgemalt, wie erfolgreich ich damit sein werde. Unzählige Stunden meiner wertvollen Lebenszeit habe ich da hinein gesteckt. Und das sollte jetzt alles „für die Tonne“ sein?

Loslassen – so geht’s leichter: dringender Klärungsbedarf. Als Erstes kam die Sachebene an die Reihe.

Loslassen - Bilanz ziehen

Was habe ich für Aktionen unternommen, welche Resultate damit eingefahren und wo könnten die Ursachen liegen, dass ich nicht die gewünschten Ziele erreicht habe?

Hier hatte ich es mit Fakten zu tun, die ich schwarz auf weiß vor mir liegen hatte und es fiel mir relativ leicht, Klarheit zu gewinnen.

 

 

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Albert Einstein

 

Diesen Satz vor Augen prüfte ich und entschied dann, ob ich noch Möglichkeiten sehe, etwas verändern zu können. Weil es ganz offensichtlich keinen Sinn mehr machte, konnte ich das Projekt beenden und vom Verstand her loslassen. Doch damit war noch nicht die ganze Arbeit getan. Denn der viel herausfordernde Teil des Loslass-Prozesses lag jetzt noch vor mir.

 

Loslassen von Gefühlen

Ein ganzes Sammelsurium unterschiedlichster Gefühle machte sich während diesem Entscheidungsprozess bemerkbar. Enttäuschung, Frust, Versagensgefühle, Schuld, Nicht-gut-genug-sein, Wut und Ratlosigkeit. Jedes einzelne Gefühl wollte gewürdigt werden.

Puhuhu, ein ganz schöner Berg.

Loslassen – so geht’s leichter: Für mich ist es in solchen Momenten immer die beste Unterstützung, mit dem weichen Atmen (nach Lea Hamann) zu arbeiten. Der weiche Atem hilft mir, immer wieder bei mir, bei meinem innersten Kern, anzukommen und Halt zu finden.

Wenn du die wohltuende Wirkung des weichen Atmens kennenlernen möchtest, dann fordere hier kostenlos eine von mir angeleitete Atemerfahrung an. „FEEL GOOD“ – 10 Minuten atmen und entspannen für die kleine Pause zwischendurch.

„Feel Good“ Atemerfahrung

Gefühle loslassen ist für mich eine Art von zulassen. Ich lasse es zu, also ich erlaube ihnen, dass sie da sind. Ich nehme sie dadurch an, denn sie sind Teil von mir. Sie wollen sich ausdrücken.

Ob ich damit einverstanden bin oder nicht. Wenn ich versuche, sie zu verdrängen, dann werden sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einen anderen Weg suchen, um sich bemerkbar zu machen. Verkrampfte Nackenmuskulatur ist da noch eine harmlose Ausdrucksform. Loslassen ist aktive Gesundheitsvorsorge.

Beim Loslassen von unangenehmen Gefühlen geht es nicht darum, dass sie weg sein sollen, weil wir sie nicht haben wollen. Ganz im Gegenteil. Es geht darum, sie liebevoll anzunehmen. Dann hören sie auf, uns zu belasten.

 

Loslassen von innerem Widerstand

Ähnlich verhält es sich mit dem inneren Widerstand. Ich hatte es mir doch so schön ausgemalt, wie es sein wird, wenn mein Projekt erfolgreich wird. Genau so wollte ich es haben. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ob mir das jetzt angenehm ist oder nicht spielt keine Rolle. Es ist so, wie es ist.

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Je mehr ich dagegen ankämpfe, umso mehr verkrampfe ich im wahrsten Sinne des Wortes. Behindere so den freien Fluss meiner wertvollen Lebensenergie. Kämpfen kostet Kraft.

Festhalten ist anstrengend und macht mich letztendlich krank.

Wie lässt sich innerer Widerstand brechen? Mit Gewalt und irgendwelchen ausgeklügelten Methoden kommen wir an dieser Stelle nicht weiter.

Denn auch hinter diesem inneren Widerstand verstecken sich unsere vielfältigen Gefühle.

Auch wenn wir uns dessen gar nicht bewusst sind, spielt vor allem die Angst häufig eine große Rolle. Angst ist immer auch ein Zeichen von mangelndem Vertrauen. Wir gehen in den Widerstand, wenn wir dem Fluss des Lebens nicht mehr bedingungslos vertrauen können.

 

Atemzug für Atemzug

Loslassen – so geht’s leichterImmer wieder weich zu atmen hilft. Atemzug für Atemzug dürfen sich die verhärteten Schichten lösen. Die Energie der Angst wandelt sich in Zuversicht mit jedem weiteren Atemzug.  Wir dürfen uns fallen lassen in den inneren Halt unserer Seele. Fühlen mit jedem Atemzug, wie wir uns erlauben, wieder mehr zu vertrauen.

So öffnen wir uns dem Fluss des Lebens neu und beginnen innerlich JA zu sagen, zu dem, was gerade im Moment ist.

Loslassen – so geht’s leichter: Anerkennen, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Damit ist der entscheidende Schritt getan, um die Dinge so zu lassen, wie sie sind.

Inneren Widerstand durch Annahme loszulassen, das bringt unsere Energien wieder in den Fluss und hilft uns, den inneren Frieden wieder zu finden.

 

Loslassen – ein immerwährender Prozess

Loslassen ist ein Prozess und ich habe mir immer wieder Zeit genommen für mich und meine Gefühle, die mit diesem Projekt zusammen hängen. Habe weich geatmet und mich eingelassen auf das, was sich zeigen wollte.Tag für Tag. Schicht für Schicht. Es wäre schon ganz praktisch, wenn das ganze Thema mit einer Übung ein für alle Mal vom Tisch wäre. Doch so funktioniert das Leben nach meiner Erfahrung eben nicht. Loslassen gehört zu unserem Leben untrennbar dazu. Im Grunde ist es eine ständige Abfolge von Los-lass-Prozessen. Kein Einatmen gelingt, wenn wir vorher nicht ausatmen, den Atem loslassen.

Wir verfolgen Ziele, schmieden Pläne und lassen sie auch immer wieder los, wenn sie nicht mehr zu uns passen. Freundschaften und Beziehungen entstehen und enden wieder. Wir probieren uns aus mit neuen Hobbys und Fertigkeiten und lassen es wieder sein, wenn wir keine Freude mehr daran haben. Ein permanentes Öffnen für Neues und loslassen von Altem.

Jeder innere Entwicklungsschritt ist begleitet von einem Prozess des Loslassens. So wie eine Schlange sich immer wieder häuten muss, um wachsen zu können, so dürfen wir Schicht um Schicht unserer inneren Widerstände loslassen, um Raum zu schaffen und unser wahres Selbst entfalten zu können. Manchmal geht es ganz leicht und beinahe unbemerkt.

Doch manches Mal fühlen wir uns extrem herausgefordert. Merken, dass wir unruhig sind und nicht mehr gut schlafen können, ohne dass wir genau verstehen, was eigentlich los ist. Möglicherweise durchlaufen wir gerade wieder einen ganz besonders tiefen Entwicklungsprozess. Es ist ungemütlich, in einer solchen Phase zu stecken. Fast wie ein kleiner Geburtsvorgang.

Loslassen – so geht’s leichter: Wenn wir uns darauf einlassen, im Vertrauen bleiben und uns immer wieder in den Halt unserer Seele sinken lassen, dann werden wir wie neugeboren aus jedem Loslass-Prozess herauskommen. Und um eine Perle reicher sein.

 

Die Kunst, Perlen zu finden und zu sammeln

Eine Perle bildet sich in einer Muschel vermutlich nach einer Verletzung, dem Eindringen eines Fremdkörpers bzw. Befall durch Parasiten. Das Sandkorn, das in die Muschel gerät, ist mit seinen scharfen Kanten natürlich ein Störfaktor – es ist hinderlich, schmerzlich und für den ganzen Organismus gefährlich. Die Muschel kann das Sandkorn nach und nach mit Schichten aus Perlmutt überziehen, kann seine scharfen Kanten damit abrunden, es umbilden und umgestalten, das Sandkorn auf diese Weise unschädlich machen und den Fremdkörper in den eigenen Organismus integrieren. Am Ende ist aus dem Sandkorn eine wunderbar schimmernde Perle geworden – und die Muschel ist wertvoller, als sie ohne die Störung jemals hätte sein können.

 

Loslassen - so geht's leichter Perlen des Lebens

 

Mit jeder kostbaren Perle, die wir auf die Perlenkette unseres Lebens fädeln, werden wir stärker, leuchtender, strahlender und zeigen immer mehr von dem, wer wir wirklich sind.

 

Loslassen ist ein nie endender Prozess, der uns bis zum letzten Atemzug begleitet. Uns reifer und reicher macht. Schon Buddha sagte, dass Loslassen unser Schlüssel zum Glück ist. Lassen wir uns darauf ein. Immer wieder aufs Neue. Loslassen, fallen lassen, vertrauen.

Loslassen ist dein Schlüssel zum Glück. Buddha Klick um zu Tweeten

Loslassen – so geht’s leichter: Zurückschauen, uns bewusst machen, welche Perlen durch unsere Loslass-Prozesse in der Vergangenheit schon entstanden sind. So fällt es uns bei der nächsten Herausforderung leichter, innerlich JA zu sagen zu dem, was gerade ansteht. Loslassen, die nächste Runde – ja bitte.

 

 

Meine Einladung an dich:

Schau mal zurück auf dein Leben. Welche Situationen und Entwicklungsprozesse hast du schon gemeistert? Was hat dir geholfen? Wie hast du dich anschließend gefühlt? Stärker? Freier?

Magst du davon berichten?

 

 

 

 

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