Stress und Hektik

Kennst du das auch? Nach einem Tag voll Stress und Hektik endlich Feierabend und jetzt heißt es rasch noch etwas zum Essen einkaufen. Rein in den Supermarkt, den Einkaufswagen in flottem Tempo vor dir herschiebend, bewegst du dich von einem Regal zum nächsten. Immer wieder weichst du elegant den vielen anderen Kunden aus.

Ohne Einkaufszettel verlässt du dich auf deinen hungrigen Magen als Ratgeber. Und so entdeckst du eine ganze Menge appetitlich wirkender Nahrungsmittel.

An der Käsetheke wirkt ein Käse verführerischer als der andere und da du dich nicht so recht entscheiden kannst, nimmst du gleich mehrere Stücke mit. Frische Weintrauben liegen auch schon in deinem Wagen und du siehst vor deinem inneren Auge schon das Glas Rotwein, die Käsewürfel und die Trauben auf dem Tisch stehen. Dein kleiner „Absacker“ für heute Abend.

 

Stress auch am Abend – keine Zeit zu kochen

Viel Zeit zum Kochen bleibt dir wieder einmal nicht, denn dir knurrt jetzt schon der Magen so gewaltig, da muss schnell was zum Essen auf dem Tisch stehen. Und nachher hast du auch noch einen Kurs an der VHS. Der Stress geht in der Freizeit weiter. Also wandern Fertiggerichte in deinen Wagen. Passend zu der fix und fertigen Salatmischung aus der Gemüseabteilung.

 

Endlich hast du alles gefunden, was du glaubst zu brauchen und du bewegst dich in Richtung Kasse. Oh nein, das schaut nicht gut aus. Alle Kassen sind besetzt und an jeder ist eine lange Schlange. Du scannst kurz ab, wie voll die Wägen der einzelnen Kunden sind und entscheidest dich für Kasse 3. Dort könnte es am schnellsten gehen.

 

Stress durch Gedanken

Während du da stehst, ärgerst du dich, weil du deine Zeit so sinnlos vergeudest. Und aus diesem Ärger entsteht gleich wieder Stress. Obwohl du nur in der Schlange stehst und wartest, fühlst du dich enorm unter Druck.

Du beobachtest ganz genau, ob es an den anderen Kassenschlangen genau so lange dauert. Denn in „deiner Reihe“ geht doch wieder einmal gar nichts weiter.

Und was ist an Kasse 1? Da geht es ja viel schneller voran. Ist ja mal wieder typisch, dass du dich nicht dort angestellt hast. „Immer wieder stehe ich in der falschen Reihe! So ein Mist.“ gärt es in dir.

Jetzt hat die Kundin ganz vorne auch noch ein Problem mit ihrer EC-Karte. „Warum passiert mir das eigentlich regelmäßig? Kann doch wohl nicht wahr sein. Immer ich.“ Während du diesen Gedanken nachhängst, wird deine Laune immer schlechter, mit jedem Gedanken fällt sie tiefer in den Keller.

 

Zeitdiebe

Auch das noch. Die Kundin zwei Wägen vor dir hat nicht genug Geld dabei, jetzt muss ein Storno gemacht und die Filialleitung an die Kasse gerufen werden. Unruhig fällt dein Blick auf die Uhr. Wenn jetzt nicht bald was weiter geht, dann klappt es nicht mehr mit dem Abendessen vor dem VHS-Kurs.

„Verflixt und zugenäht. Ich habe meine Zeit doch nicht gestohlen“ schießt es dir durch den Kopf. Und auf einmal kommen Gedanken an Momente, an denen du dich in den letzten Wochen ausgebremst gefühlt hast. Dinge, die nicht so liefen wie erhofft.

 

Stress-Lass-Nach-Impulse

Doch gerade noch rechtzeitig fällt dir ein, dass du doch vor kurzem ein sehr interessantes E-Book gelesen hast „Stress-Lass-Nach-Impulse – für mehr Gelassenheit im Alltag“. Da waren doch viele praktische Tipps drin, was du tun kannst, wenn es mal nervig und anstrengend wird.

Dort ging es unter anderem auch darum, dass Gedanken wirkende Kräfte sind und du von dem, wohin du deine Energie lenkst, immer mehr in dein Leben ziehst.

 

Stopp das Gedankenkarussell

Das ist doch genau so eine Situation, die du gerade erlebst. Stress bewältigen ist angesagt. Jetzt geht es darum, deinen Gedanken nicht weiter zu erlauben, in diese negative, destruktive Richtung zu laufen. Und du entscheidest dich, innerlich ganz bewusst ein „STOPP“ zu setzen. Schluss mit diesen Gedanken.

Und dann gleich die Frage beantworten: „was ist gut an dieser Situation“?

In allem, was geschieht, stecken immer beide Seiten drin. Schwarz und Weiß. Hell und Dunkel. Das ist das Gesetz der Polarität und gehört zu den Gesetzmäßigkeiten, die unser Leben bestimmen. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

Und tatsächlich fällt dir auch in diesem Moment eine Antwort ein. Denn dir fällt auf, dass diese erzwungene Wartezeit auch eine Art geschenkter Zeit ist. Warten musst du, egal, ob du dich ärgerst oder nicht. Jetzt hast du ein paar Minuten Zeit für eine kurze Entspannungsübung und diese Zeit hättest du dir nicht genommen, wenn du sofort dran gekommen wärst. Statt Stress ist Entspannung angesagt – gut, oder?

 

Halt spüren und loslassen

Diese Entspannungsübung ist ganz simpel und lässt sich überall durchführen. Zu Beginn nimmst du deine Fußsohlen wahr und spürst, wie sie Kontakt haben zum Boden. Nimmst den festen Halt wahr.

Schon alleine dieses Wahrnehmen bringt Ruhe und Erdung. Und das kannst du immer und überall tun. Wenn es rundherum zu turbulent wird, denk an deine Verbindung, deinen Halt mit dem Boden, mit der Erde, die dich trägt.

Mancher Damenschuh erlaubt es nicht, den nächsten Teil dieser Übung durchzuführen. Wenn es geht, dann krallst du deine Zehen zusammen, so als wolltest du etwas vom Boden aufheben, hältst kurz die Anspannung und lässt dann gleich wieder los.

Dann ballst du deine Hände zu Fäusten, hältst die Spannung für einen Moment und lässt wieder los. Gedanklich kannst du dies noch unterstützen indem du innerlich „loslassen“ sagst.

Zehen krallen und Hände zu Fäusten ballen kann auch wunderbar zeitgleich durchgeführt werden.

 

Atmen

Dann atmest du ganz tief ein und etwa doppelt so lange wieder aus. Auch hier unterstützt du dich indem du beim Ausatmen innerlich „loslassen“ sagst. Nur wenige Atemzüge reichen und du merkst schon, dass du entspannst und loslässt.

Für einen Moment waren deine Gedanken beschäftigt und du warst ganz bei dir. Die Kassenschlange hat dich für einen Augenblick in deinem flotten Tagesablauf gebremst und du konntest eine kurze Entspannung genießen.

 

Achtsamkeit im Supermarkt

Auf einmal ging es beinahe zu schnell und du kannst deine Waren aufs Band legen. Weil du gerade so schön dabei bist, zu entspannen, machst du auch daraus eine Achtsamkeitsübung.

Wie fühlen sich die Produkte an, die du aufs Band legst? Sie haben unterschiedliche Temperaturen, verschiedene Verpackungsarten. Knisterndes Papier von der Tüte mit dem Käse. Raschelndes Plastik bei den Weintrauben. Glatter Karton bei der Tiefkühllasagne.

Es macht richtig Spaß, die unterschiedlichen Empfindungen wahr zu nehmen. Und auch bei dieser Tätigkeit ist deine Aufmerksamkeit ganz gebündelt.

Die Gedanken kreisen nirgendwo rum. Sie hängen nicht in dem, was war oder sorgen sich schon um das, was noch kommt. Du bist voll und ganz im Augenblick.

Auf einmal ist aus deinem Einkauf ein entspannendes Erlebnis geworden. Weg vom schnell noch müssen und der lästigen Notwendigkeit. Hin zu einer Form der Achtsamkeitsübung im Alltag.

 

Lächeln gibt dir und anderen Energie

Und weil du gerade so entspannt und gut drauf bist, strahlst du die Kassiererin an. Damit rettest du ihren Tag. Denn sie hat eigentlich auch schon genug anstrengende Kunden gehabt und freut sich, wenn sie endlich Feierabend machen darf. Dein strahlendes Lächeln ist genau die Unterstützung, die sie jetzt braucht.

 

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Gesunde Nahrung?

Daheim angekommen schiebst du die Lasagne in den Ofen und räumst deine Einkäufe auf. Na ja, so das eine oder andere kommt da aus deinem Korb, das wohl nicht zu den sinnvollsten Nahrungsmitteln gehört. Da war der hungrige Magen nicht der beste Ratgeber. Für heute ist dir das egal, denn du bist gerade mit dir und der Welt recht zufrieden.

 

Als du später vom VHS-Kurs zurückkommst, gönnst du dir dein Glas Rotwein, den Käse und die Trauben. Im Rückblick war es doch ein schöner Tag.

 

Und weil es dir gerade so gut geht, machst du dir einen Essensplan samt Einkaufsliste für die nächste Woche. Gut geplant ist die halbe Miete. So bleibt viel weniger Zeit fürs Einkaufen und Kochen auf der Strecke. Du ernährst dich gesünder und Geld sparst du dir auch noch, weil du mit Einkaufszettel nur noch das in den Wagen legst, was du wirklich brauchst. Stress ade.

 

 

P.S.:

Die „Stress-Lass-Nach-Impulse“ erscheinen im Oktober 2015. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann trage dich in meinen E-Mail-Verteiler ein und ich halte dich auf dem Laufenden.

 

 

Einladung zum Austausch:

Was für kurze Entspannungsübungen kennst du, die sich beinahe überall durchführen lassen? Ich bin schon ganz neugierig und freue mich auf deine guten Tipps im Kommentar.